Ausrüstung

Teleskop

Aktuell stehen mir nur zwei kleine Teleskope zur Verfügung. Das erste ist ein Celestron C8 mit Schmidt-Cassegrain (SC) Optik mit einer Öffnung von D=8″ (203mm) und Brennweite f=2,03m. Diese Optik habe ich schon seit 2009 und die meisten Aufnahmen sind damit entstanden. Mit einer zusätzlichen Reducer Linse kann die Brennweite auf ca. 1.2m verkürzt werden. Obwohl das Teleskop nie neu justiert wurde, zeigt der Test mit einem defokusierten Stern sowohl intra- wie extrafokal perfekte Beugungsringe – soweit sie ein SC zeigen kann, auch bei hoher Auflösung.

C8 XLT (für Astrofotografie wäre EdgeHD besser geeignet)

Die Lichtstrahlen durchlaufen von links kommend erst die Korrekturplatte (Schmidt-Platte), treffen dann auf den Primärspiegel (konkav-parabolisch), den in der Mitte der Schmidt-Platte angebrachten Sekundärspiegel (konvex-hyperbolisch) und verlassen dann durch ein Loch im Primärspiegel das Teleskop um in das Okular bzw. in die Kamera zu gelangen. Die Korrekturplatte korrigiert den Koma Fehler, der durch die parabolischen Spiegel erzeugt wird.

Strahlengang eines SC Teleskops (schematisch).
Quelle: Szőcs Tamás Tamasflex [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Als Sucher kommt ein Baader Vario Finder D=61mm f=250mm (f/4.1) zum Einsatz.

Das zweite Teleskop ist ein 8″ Newton Teleskop mit Brennweite 1m von Skywatcher (gratis erhalten). Das Licht tritt beim Newton von links kommend in das offene Rohr ein um im Hinteren Teil vom Primärspiegel (konkav-parabolisch) reflektiert zu werden. Danach wird das Licht über den planen Sekundärspiegel zur Seite heraus gelenkt. Dort befindet sich bei der Fotografie noch eine Korrekturlinse, die keine Brennweitenänderung bewirkt sondern nur das Bildfeld ebnet.

Strahlengang eines Newton Teleskops (schematisch).
Quelle: Szőcs Tamás Tamasflex [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)]

Der Nachteil des Newton’s gegenüber dem Schmidt-Cassegrain ist der unbequeme Einblick am vorderen Ende des Teleskops. Für eine Sternwarte ist diese Konfiguration nicht sehr günstig. Beim Fotografieren macht sich die ungleiche Gewichtsverteilung bemerkbar. Entsprechend wenig konnte ich den Newton bisher einsetzen.

Montierung

Die Montierung sorgt für eine stabile Nachführung, idealerweise kann ein Stern minutenlang auf den gleichen Pixel der Kamera gehalten werden.

Die mit dem Teleskop gelieferte CG-5 Montierung konnte jedoch nur für Aufnahmen bis 30 Sekunden brauchbare Ergebnisse liefern. Zudem waren manchmal weniger als 50% der Bilder brauchbar – eine grosse Zeitverschwendung!

Die 10 Micron 1000 HPS ist eine Montierung mit hochgenauen Absolutencodern, d.h. die Montierung weiss immer ganz genau wohin das Teleskop zeigt. Ein Regelkreis sorgt dafür, dass das Teleskop richtig positioniert bleibt und regelt aktiv nach. Mit Hilfe von Pointingmodellen, kann die Montierung Abweichungen in der Poljustierung und vorhersagbare mechanische Verbiegungen des Teleskops korrigieren. Mit Temperatur und Druckdaten wird auch die Refraktion korrigiert.

Die 10Micron 1000 HPS Montierung.

Weitere Vorteile: durch die Absolutencoder kann die Montierung auch von Hand bewegt werden, ohne dass die Justierung verloren geht. Lange Zeit habe ich die Montierung mobil verwendet. In der Sternwarte werde ich sie wahrscheinlich durch ein grösseres 10Micron Modell ersetzen.

Kamera

Als Kamera habe ich anfangs eine Canon EOS 700D verwendet (DSLR). Später bin ich auf eine CCD Kamera von Astrel-Instruments umgestiegen. Diese Kamera hat ein paar innovative Besonderheiten aufzuweisen. Einerseits der integrierte Linux Computer, der erlaubt die Kamera wie eine standalone DSLR zu benutzen. Die Beschädigung der CCD durch Frostbildung wird durch ein Vakuum verhindert – kein Austausch von Trocknungsmittel erforderlich. Die Kamera ist für Tüftler besonders interessant, da sie sowohl in Software als auch in Hardware erweiterbar ist.

AST8300-B mit integriertem Filterrad, aktiver Kühlung und integriertem Linux PC (Ubuntu).